Moritz-von-Büren-Schule

LWL-Förderschule Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation Büren

Das Projekt "Korrespondenzschule"

In der klassischen schulischen Aufgabe, der Unterrichtsentwicklung, boten sich mit dem Neubau auch erweiterte Möglichkeiten der Unterrichtsorganisation. Die Schule selbst ist als einzügige, kleine Schule immer schon konfrontiert gewesen mit der individuellen Förderung unterschiedlicher Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einer Lerngruppe. Die heute gängigen Schlagworte „Gemeinsam lernen“ und „Vielfalt fördern“ waren deshalb schon lange selbstverständlich für das pädagogische Denken und Handeln an der Moritz-von-Büren-Schule. Um hier aber neueste Konzepte und Wege der Unterrichtsentwicklung einfließen zu lassen, hat die Schule sich beworben um die Teilnahme am Projekt „Korrespondenzschule“. Die vier Module „Methodentraining“, „Teamentwicklung“, „Kommunikationstraining“ und „Selbstgesteuertes Lernen (SegeL)“ schufen die Grundvoraussetzungen für alle, um mit modernen Unterrichtsmethoden die Arbeit insgesamt zu bereichern. Die Module erweisen sich zudem als besonders geeignet, Wegbereiter zu dem übergeordneten Leitbild der Schule zu sein, weil sie eigenverantwortliches Lernen in besonderer Weise fördern und trainieren. In das Projekt waren die Mitarbeiter aus allen Arbeitsbereichen der Schule (Frühförderung, Schule vor Ort, Gemeinsames Lernen) einbezogen.

Unter den Menüpunkten „Trainingswoche April 2005“ und "Trainingswoche Februar 2006" können Sie einige Eindrücke sammeln von den Trainingswochen, die unter zu den Themen „Kommunikation“ und "Teamarbeit" organisiert wurden.

1   Das Konzept

1   Das Konzept

 

Ausgangslage

Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, eigenverantwortliches Lernen, Konfliktfähigkeit und Selbstständigkeit im Denken und Handeln sind Eigenschaften, die als so genannte Schlüsselqualifikationen zunehmende Bedeutung erlangen. Sie sind wahrnehmbar z.B. in der beruflichen Eingliederung durch Forderungen der Wirtschaft, aber auch im täglichen gesellschaftlichen Leben. Ländervergleiche haben gezeigt, dass in unseren Schulsystemen die Kompetenzschulung in diesen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung und des Lern- und Arbeitsverhaltens gefragter sind denn je.

Das Projekt stellt sich inhaltlich und organisatorisch im Überblick wie auf der Grafik (siehe vorherige Seite) dar.

 

Gleichzeitig wird bei der Beobachtung der Persönlichkeitsentwicklung Hörgeschädigter gerade bezüglich dieser Schlüsselqualifikationen oft ein hoher Nachholbedarf festgestellt. Das Entwickeln der gewünschten Eigenschaften und die dabei angewandten Methoden sind zu oft ausschließlich an die Beherrschung von Lautsprachkompetenzen geknüpft. Die Entwicklung einer angemessenen Lautsprache wird oft mit Methoden vorangetrieben, die einer Selbstbestimmung und dem Prinzip eigenverantwortlichen Lernens entgegenstehen. Es ist daher kein Zufall, dass das Leitbild der Schule die Entwicklung einer eigenständigen, selbstbestimmten Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt.

 

Wenn wir durch die Vermittlung der oben beschriebenen Kompetenzen unsere Schüler für ein späteres Leben in Beruf und Gesellschaft qualifizieren wollen, sind wir gefragt, auch unseren Unterricht im Hinblick darauf neu zu definieren und zu evaluieren.

Das Projekt „Korrespondenzschule“ setzt genau an dieser Stelle an. Es macht sich zum Ziel, die Schüler aus ihrer passiven Schülerrolle herauszuholen und fördert gezielt eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen.

Zielperspektive

Das Projekt „Korrespondenzschule“ dient der Verbesserung der Qualität der schulischen Arbeit und insbesondere des Unterrichts. Die Qualifizierung setzt bei der Förderung grundlegender Lernkompetenzen der Schüler an. Dazu erhalten alle Schüler aufeinander abgestimmte Trainings zur Entwicklung ihrer Teamfähigkeit, ihrer Kommunikations- und Methodenkompetenz. Die Schüler sollen nach Methoden, die von Klippert entwickelt wurden, das Lernen lernen und in die Lage versetzt werden, sich mit einem hohen Grad an Selbstständigkeit neue Lerninhalte zu erschließen.

Umsetzung

Nachdem in einer dreijährigen Maßnahme das gesamte Kollegium zu den Bausteinen Methodenkompetenz, Kommunikation in der Lerngruppe, Teambildung im Klassenraum und eigenverantwortliches Arbeiten weitergebildet wurde, werden seitdem alle neu ins Kollegium kommenden Lehrerinnen in sogenannten Nachqualifizierungen in den (ähnlich benannten) vier Bausteinen Methodentraining, Kommunikationstraining. Teamentwicklung und Selbstgesteuertes Lernen in je drei Tagen mit den jeweiligen Inhalten vertraut gemacht.

Entwickelte Trainingsspiralen zu den einzelnen Modulen stehen allen zur Verfügung und sind verbindlich in den Lerngruppen durchzuführen. Der „Geist“ dieses Projekts hat in jeder Klasse Einzug gehalten.

Mit der Teilnahme an dem Projekt „Korrespondenzschule“ hat sich eine ganze Schule auf den Weg gemacht, „Unterricht“ neu zu definieren und zu gestalten. Alternative Unterrichtsformen sind Gegenstand der Auseinandersetzung für das gesamte Kollegium. Sie bilden so einen Konsens für Lehrer und Schüler und erleichtern den täglichen Schulalltag.

Methoden werden im Unterricht gepflegt und ausgebaut. Unterricht findet vermehrt unter Berücksichtigung von Schülerstärken und Prinzipien des selbsttätigen Lernens und Problemlösens statt.

An den Wänden der Klassenräume hängen von den Schülern gestaltete Regelplakate und Beobachtungsbögen zur Selbstreflexion. Sie stellen ein wertvolles Instrument für die tägliche Arbeit dar.

 

2   Steuergruppe

Die Ausbildung des gesamten Kollegiums im Rahmen des Projekts „Korrespondenzschule“ nahm von 2005-2008 insgesamt 3 Jahre in Anspruch. Ein so umfangreiches und bedeutsames Projekt muss strukturiert und begleitet werden. Diese Aufgabe lag in den Händen der schulischen Steuergruppe, die mit der Teilnehme an dem Projekt neu gegründet wurde und ihre Arbeit aufnahm. Sie ist aus einem Mitglied der Schulleitung und zwei Lehrerinnen des Kollegiums (je eine aus der Primarstufe und Sekundarstufe I) zusammengesetzt. Die Steuergruppe war zunächst für die Umsetzung und interne Evaluation des Projekts verantwortlich und steuert seitdem auch den weiteren Schulentwicklungsprozess.

Ihre zentrale Aufgabe ist es, die Implementierung der Bausteine sowie die Methodenpflege in den einzelnen Klassen sicherzustellen. Dies geschieht in Form von „Implementierungsbögen“, die die Steuergruppe eigens hierfür entwickelt hat. Diese Bögen werden in regelmäßigen Abständen von den Lehrern ausgefüllt. Sie dokumentieren die Methodenpflege im Unterrichtsalltag. Darüber hinaus fordert die Steuergruppe in regelmäßigen Abständen die Durchführung weiterer Trainingsspiralen ein, die schriftlich niedergelegt werden.

 

 

3.  Evaluation im Kontext der Schulentwicklung

Ausgangslage

Als Schule sind wir dazu angehalten, Prozesse des Lehrens und Lernens, des Planens und Organisierens, der Verwaltung und Beratung, kurz alle Bereiche des schulischen Alltags zu evaluieren. Auch sind wir dazu aufgefordert, unsere im Schulprogramm verankerten Ziele zu prüfen und zu werten. Folglich sind die Qualitätssicherung und -entwicklung auch für uns Aspekte, die auf Steuerungs- und Leitungsebenen als auch bei Entwicklungsvorhaben in den verschiedenen Arbeitsfeldern Berücksichtigung finden.

Im Rahmen des Projekts Korrespondenzschule hat sich die Schule intensiv und systematisch mit dem Thema Evaluation und ihren Instrumenten  auseinandergesetzt und so die Grundlagen gelegt für Evaluationsprozesse in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen.

 

Zielperspektive

Unser Hauptziel in Bezug auf schulische Evaluation ist die Verbesserung unserer Arbeit. Dies betrifft den Unterricht ebenso wie alle anderen Arbeitsfelder (Beratungsstelle, Frühförderung, Kindergarten, GU). Unser oberstes Ziel ist es, Schüler zu selbstständigem Lernen und Leben zu befähigen. Wir müssen daher Lernprozesse so gestalten, dass sie auf dieses Ziel hin ausgerichtet sind. Dafür ist eine regelmäßige Evaluation aller diesem Ziel zuführenden Abläufe und Entwicklungen unabdingbar.

Aufgabe des Evaluationsberaters

Im Rahmen des Projektes Korrespondenzschule wurde eine Kollegin unserer Schule zur Evaluationsberaterin ausgebildet. Wenn Einzelpersonen, Lehrerteams, das Kollegium, die Steuergruppe, die Schulleitung oder die ganze Schule ein Evaluationsvorhaben planen, können sie auf das methodische Wissen der Evaluationsberaterin zurückgreifen. Sie berät und unterstützt auf Wunsch insbesondere hinsichtlich der Ermittlung von Indikatoren und Kriterien bei der Entwicklung geeigneter Evaluationsinstrumente und bei Auswertungsfragen. Sie wird jedoch nicht im eigenen Auftrag aktiv. Die Evaluationsberaterin bietet folglich Hilfe zur Selbsthilfe an, das bedeutet, dass die Verantwortlichkeit und die Durchführung weiterhin beim Evaluierenden liegen.

Zirkel der schulinternen Qualitätsevaluation

Um unser Ziel der Qualitätsoptimierung sicherzustellen, orientieren wir uns bei unseren Evaluationsvorhaben an folgendem Ablauf:

Zirkel der schulinternen Qualitätsevaluation

Um unser Ziel der Qualitätsoptimierung sicherzustellen, orientieren wir uns bei unseren Evaluationsvorhaben an folgendem Ablauf:

Umsetzung

Um eine Basis einer schulinternen Evaluation für das Kollegium zu schaffen und die Verbindlichkeit, dass alle Kollegen zur Evaluation verpflichtet sind, zu betonen, hat die Evaluationsberaterin im Rahmen einer Lehrerkonferenz eine kollegiumsinterne Fortbildung durchgeführt. Es wurden Evaluationsinstrumente vorgestellt sowie Möglichkeiten der Auswertung. Anhand eines Beispiels wurde die Durchführung einer Evaluation trainiert.

 

Eindrücke aus der Projektarbeit

Im Untermenü (anwählbar auf dieser Seite links oben) sind  einige Eindrücke aus den Projektwochen zur Korrespondenzschule festgehalten.

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